Reisekrankheiten beim Hund

Lesen Sie hier über die  Reisekrankheiten beim Hund:

Babesiose (Hundemalaria)
Verbreitung: Die Babesiose kommt vor allem in Ungarn und den Mittelmeerländern vor. Mittlerweile gibt es auch Gebiete in der Schweiz (Genfersee, Tessin, Baldeggersee, Rheinthal), in Deutschland und Österreich, in denen die Krankheit sporadisch vorkommt.
Erreger: Die Babesiose wird durch einzellige Blutparasiten hervorgerufen, Babesien genannt, welche rote Blutkörperchen befallen und zerstören, so dass eine Blutarmut entsteht.
Übertragung: Auwaldzecken können den Erreger durch Biss, auch „Zeckenstich“ genannt, von infizierten Hunden aufnehmen und auf andere Hunde übertragen.
Symptome: Apathie, Schwäche, Appetitlosigkeit und Fieber Durch die Blutarmut kann der Hund eine Gelbsucht entwickeln, wodurch sich der Urin dunkel oder rötlich verfärben kann.
Krankheitsnachweis: Die Babesiose kann zum Teil bereits im Blutausstrich unter dem Mikroskop gesehen oder dann anhand weiterer Blutuntersuchungen in speziellen Labors (Serologie, PCR) festgestellt werden.
Behandlung: Eine unbehandelte Babesiose kann tödlich verlaufen. Wird die Krankheit vom Besitzer und Tierarzt jedoch rechtzeitig erkannt, kann sie durch Medikamente sehr gut behandelt werden.
Vorbeugung: Am wichtigsten ist der gute Zeckenschutz (Halsbänder, Spot-on-Präparate) und die Meidung befallener Gebiete, um eine Infektion zu verhindern. Die Impfung gegen Babesiose schützt nicht vor der Erkrankung selber, sondern nur vor schlimmen Verlaufsformen.

Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)
Verbreitung: Die Dirofilariose kommt in Europa vor allem in den Ländern, die ans Mittelmeer grenzen, vor. Einige Fälle sind aber auch aus dem Tessin sowie aus Ungarn bekannt. Zudem gehören grosse Teile der USA zum Risikogebiet.
Erreger: Die Dirofilariose (Dirofilaria immitis) ist eine parasitäre Erkrankung, die bei Hunden und seltener bei Katzen vorkommt. Mikroskopisch kleine, durch Mückenstich übertragene Larven entwickeln sich dabei im Kreislauf des Hundes zu ausgewachsenen Würmern. Ausgewachsene Würmer können bis zu 35 cm lang werden und siedeln sich im Herz und in den grossen Lungengefässen an. Dadurch kommt es zu einer Verstopfung der Gefässe und einer Einschränkung der Herzfunktion. Die Erreger der Dirofilariose werden von Stechmücken von Hund zu Hund übertragen.
Symptome: Je nach Stärke des Befalls kommt es zu Husten, Leistungsabfall, Gewichtsverlust, Atemnot, Nierenproblemen und Bauchwassersucht. Ein unbehandelter, starker Herzwurmbefall kann zum Tod des Hundes führen!
Diagnose: Herzwurm-Larven oder Antikörper können im Blut nachgewiesen werden, zudem kann eine Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchung von Lunge und Herz die Krankheit nachweisen.
Behandlung: Die Behandlung erfolgt mit einem Präparat, das gegen Herzwürmer wirksam ist. Bei einem Massenbefall müssen die Würmer von einem Spezialisten mit geeigneten Instrumenten direkt aus den Lungengefässen und dem Herz entfernt werden, was ein sehr risikoreicher Eingriff ist.
Vorbeugung: Am wichtigsten ist eine regelmässige Entwurmung, um allenfalls aufgenommene Parasiten frühzeitig zu beseitigen. Bei einem Aufenthalt in einem Risikogebiet sollte eine spezielle Entwurmung erfolgen: Eine erste Entwurmung sollte innerhalb 4 Wochen nach Beginn des Aufenthaltes im Risikogebiet stattfinden und eine zweite Entwurmung 4 Wochen später. Bei längeren Aufenthalten im Risikogebiet muss monatlich entwurmt werden!

Leishmaniose
Verbreitung: Mittelmeergebiet, Lateinamerika, östliches Afrika, Asien
Erreger: Bei den Erregern handelt es sich um Parasiten, welche Zellen des Abwehrsystems von Hunden befallen und zerstören. Nach einer Infektion kann es in Ausnahmefällen mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht. Nicht jeder mit Leishmanien infizierte Hund erkrankt an der Leishmaniose.
Übertragung: Sandmücken aus der Familie der Schmetterlingsmücken übertragen den Erreger der Leishmaniose von infizierten Tieren auf den Hund.
Symptome: Oft beginnt die Erkrankung mit Haarverlust, starker Schuppenbildung und kleinen offenen Wunden, besonders um die Augen und auf der Schnauze, zusätzlich sind manchmal vergrösserte Lymphknoten feststellbar. In späten Stadien kann der Hund fast das ganze Fell verlieren; daneben kommen auch Gewichtsverlust, Blutarmut und Nierenversagen vor. Ein häufiges Anzeichen ist Nasenbluten. Die Krankheit kann zum Tod des Hundes führen.
Krankheitsnachweis: Die Parasiten können in den betroffenen Geweben direkt mit Zytologie, Histologie oder PCR nachgewiesen werden, zudem ist ein Nachweis von Antikörpern (Serologie) möglich.
Behandlung: Eine Leishmaniose-Erkrankung kann nicht geheilt werden – das Ziel ist eine Linderung der Symptome und eine Reduktion der Parasitenzahl im Körper. Mehrere Medikamente können den Parasitenbefall eindämmen, manchmal sind diese jedoch mit Nebenwirkungen verbunden.
Vorbeugung: Im Vordergrund steht der Schutz vor Mückenstichen – einerseits medikamentös mit entsprechenden Halsbändern oder Spot-on-Präparaten, andererseits kommt dem Expositionsschutz (Hunde sollten sich bei Dämmerung in geschlossenen, möglichst mückenfreien Räumen aufhalten) eine grosse Bedeutung zu. Seit Kurzem ist eine Impfung gegen Leishmaniose möglich!

Ehrlichiose
Verbreitung: Vor allem im Mittelmeerraum, es kommen aber auch Fälle in der Schweiz vor.
Erreger: Die Erreger der Ehrlichiose sind Ehrlichien (Ehrlichia canis). Es handelt sich dabei um Bakterien, welche die weissen Blutzellen der Hunde befallen und zerstören.
Übertragung: Die Ehrlichien werden vor allem durch den Biss der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) auf den Hund übertragen.
Symptome: Schwäche, Fressunlust, Erbrechen (ev. mit Blut), Fieber, blasse Schleimhäute (ev. sind auf den Schleimhäuten rote Punkte sichtbar), vergrösserte Lymphknoten und Nasenbluten können beobachtet werden. Die Krankheit kann tödlich enden.
Krankheitsnachweis: Die Parasiten sind manchmal schon im Blutausstrich mikroskopisch sichtbar. Weiter können Antikörper (Serologie) und Teile des Parasiten selber (PCR) im Blut nachgewiesen werden.
Behandlung: Die Parasiten können mit einem gegen Ehrlichien wirksamen Antibiotikum bekämpft werden. Trotzdem wird manchmal wird eine sehr intensive Therapie (Infusionen, Bluttransfusionen) nötig.
Vorbeugung: Eine gute Zeckenprophylaxe (Halsbänder, Spot-on-Präparate) ist die effektivste Möglichkeit der Vorbeugung.